Willkommen beim Zero Emission Park
länderübergreifendes Modellprojekt zur Entwicklung nachhaltiger Gewerbegebiete in Deutschland
Die Herausforderung Klimawandel verlangt nach Innovationen: Zero-Emission-Gewerbegebiete, das bedeutet Wirtschaften ohne negative Begleiterscheinungen. Ohne ungewollte mechanische, chemische, akustische und soziale Nebenwirkungen. Wie soll das gehen? Erstmals werden im Forschungsprojekt "Zero Emission Park" in Deutschland länderübergreifend vier bereits bestehende Gewerbegebiete in Bottrop, Bremen, Eberswalde und Kaiserslautern bei einer nachhaltigen Entwicklung unterstützt und begleitet.
Ein "Zero Emission Park" ist ein Industrie- oder Gewerbepark, der alle schädlichen Nebenwirkungen des Wirtschaftens im Gebiet reduziert - im Idealfall bis auf Null = "Zero".
Schädliche primäre und sekundäre Nebenwirkungen entstehen bei der Produktion, dem Handel, der Durchführung von Dienstleistungen u. ä. des Industrieparks in seiner Gesamtheit und beziehen sich auf alle ökologischen, ökonomischen und sozialen Nebenwirkungen.
(Veronika Wolf, Projektmanagement "Zero Emission Park", Universität Oldenburg)
Ziel der Firmen ist es nun, möglichst wenig schädliche Nebenwirkungen zu erzeugen - zum Wohl der Firmen selbst, der Gesellschaft, aber auch der kommenden Generationen. In ihren Betrieben setzen diese Unternehmen schon lange Umweltmanagementsysteme, Zertifizierungen nach EMAS oder Ökoprofit, Energie- und Materialeffizienz ein. Das Neue am Projekt Zero Emission Park ist jedoch, dass betriebliches Wissen genutzt und erstmals betriebsübergreifend auf ein gesamtes Industriegebiet angewendet wird. Doch wie können Unternehmen gemeinsam in einem Industriegebiet unter dem Stichwort Null-Emission arbeiten?
Null-Emission im Visier
Die teilnehmenden Firmen stellen sich folgende Fragen, zu denen gemeinsam Lösungen entwickelt werden:
- Wie kann der Energie-, Material- und Ressourcenverbrauch im Industriegebiet reduziert werden?
- Wie viel Energie kann ein Industriegebiet selbst produzieren und wie kann die Energie umweltfreundlich bereitgestellt werden?
- Wie kann die Abfallmenge eingedämmt beziehungsweise die Restmenge emissionsarm entsorgt werden?
- Wie lassen sich Verkehrsaufkommen und Lärm verringern? Wie lässt sich die Standortqualität erhöhen?
- Wie wird Aufenthaltsqualität geschaffen und das Erscheinungsbild positiv verändert? Wie kann die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie unterstützt werden?
Um diese Fragen gemeinsam zu lösen, muss erst eine eingehende Analyse aller "Stoffströme" des Industriegebietes vorliegen, damit eine CO2-Bilanz aufgestellt werden kann.
Folgeschritte
Unter dem Gedanken des "CO2e" bietet das Zero-Emission-Konzept eine vergleichsweise einfache Methodik, um dieses Ziel zu erreichen. Jede Emissionsquelle wird mit einem CO2-Wert belegt. Am effizientesten ist es, mit der Reduktion des größten Emissions-Paketes zu beginnen. Das kann der Energieverbrauch sein, der Verkehr oder der Abfall, der im Industriegebiet anfällt. Nach Senkung des Energieverbrauchs erfolgt die Potenzialanalyse, die erfasst, welche Materialien im Industriegebiet genutzt werden. Daraus leiten sich folgende Fragen ab:
- Welche Produktionsprozesse können Energie zur Verfügung stellen?
- Ist der im Industriegebiet anfallende Abfall energetisch verwertbar?
- Wäre es möglich, regenerative Energien zu integrieren wie etwa aus Biomasse, Photovoltaik oder Geothermie?
- Wer kann Flächen für die Energieproduktion zur Verfügung stellen?
Herausforderungen, die sich einerseits durch den persönlichen Kontakt der Unternehmer relativ zügig bewältigen lassen, andererseits jedoch eine hervorragende Netzwerkarbeit und ein ausgeklügeltes IT-System erforderlich machen, um die entsprechenden Synergien herauszubilden.

